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Schloss Habsburg
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Die Sage von der Erbauung von Schloss Habsburg

oder

Wie das nachmals so berühmte Geschlecht der Habsburger zu seinem Namen kam

  

   

Die Vorfahren der Habsburger waren aus welschen Landen in den Aargau gekommen und hatten Güter und Rechte am Zusammenfluss von Aare, Reuss und Limmat erworben.

Sie hausten im Schlösschen Altenburg, errichtet auf den Ruinen eines römischen Kastells am Ufer des Flusses Aare, unweit des heutigen Städtchens Brugg. Nach ihrem Wohnort nannten sie sich gelegentlich "Grafen von Altenburg".

  

  

  

Graf Radbot durchstreifte mit seinem Gefolge auf der Jagd oft und gern die Wälder an den Niederungen der Aare.

Bei solcher Gelegenheit warf er wieder einmal sein Federspiel in die Luft, um es auf einen Vogel zu hetzen. 

Der abgerichtete Raubvogel stieg bei der Verfolgung seiner Beute hoch in die Lüfte, kehrte aber nicht wie sonst üblich zu seinem Herrn zurück.

Der Graf wollte den Verlust seines zahmen Habichts, dessen Ausbildung zur Jagd viel Zeit und Mühe gekostet hatte, nicht einfach hinnehmen. So machte sich denn die ganze Gesellschaft auf die Suche nach dem entflogenen Jagdgehilfen.

Sie fanden ihn schliesslich ganz zuoberst auf dem dicht bewaldeten Wülpelsberg. Der Herr war froh und bemerkte, als er um sich schaute, dass der Platz sich ganz hervorragend für den Bau einer Burg eignen würde.

  

  

  

Der Gedanke, auf den Höhen des Wülpelsberges eine Burg zu bauen, liess den Grafen nicht mehr los. Allerdings war er kein besonders vermögender Mann. Er wandte sich deshalb an seinen Bruder Werner, den Bischof von Strassburg und bat ihn, bei dem Vorhaben behilflich zu sein.

Das Bistum Strassburg war gerade zu dieser Zeit sehr bedeutend im Reich und der Bischof entsprechend ein reicher und mächtiger Mann. Er zeigte sich angetan von dem Vorhaben und liess dem Bruder sofort und ohne weiteres eine grosse Summe Geldes zukommen.

  

  

  

Graf Radbot begann aber nun keinesfalls gleich mit dem Festungsbau. Vielmehr verwandte er den grössten Teil des Geldes für den Ausbau seiner Stellung im Lande und das Gewinnen neuer Gefolgsleute. 

  

  

  

Nach einiger Zeit nun, kündigte der Bischof seinem Bruder einen Besuch an, um das Bauwerk, welches mit seinem Geld errichtet worden war, zu begutachten.

Der hohe Kirchenmann zeigte sich einigermassen enttäuscht von dem bescheidenen Wohnturm, den er da auf der Höhe des Wülpelsberges vorfand. Vor allem bemängelte er das Fehlen einer starken Umwallung der Anlage.

Graf Radbot aber entgegnete, er werde auf den Wunsch des Bruders hin über Nacht die Mauern um das Schloss errichten, der Bischof möge sich unterdessen beruhigt zum Schlafe niederlegen.

  

  

  

Früh am nächsten morgen erwachte der Bischof in seiner Turmkammer und erschrak fürchterlich als er aus dem schmalen Fenster blickte. Vor dem Schloss lagerten gepanzerte Ritter und gerüstete Knechte in grosser Zahl: Der Bischof sah sich belagert und in höchster Gefahr in dieser schwachen Burg !

Doch Graf Radbot beruhigte seinen Bruder. Diese Mannen seien alles seine Gefolgsleute. Sie seien auf seinen Ruf über Nacht herbeigeeilt um eine eiserne Mauer um das Haus ihres Herrn zu errichten und ihn und seine Gäste so zu verteidigen.

Da war der mächtige Kirchenfürst sichtlich erleichtert. Er nannte seinen bescheidenen Bruder einen weisen Fürsten und das gespendete Geld doch eine gute Investition. Denn was nützten die stärksten Mauern und tiefsten Gräben einer Burg, wenn nicht das Gefolge vorhanden sei, sie zu verteidigen und wenn nicht der Landesherr den Rückhalt seiner Bevölkerung geniesse.

  

  

  

Graf Radbot aber benannte sein festes Haus Habichtsburg, nach dem entflohenen Vogel, welcher ihm den Platz gezeigt hatte. Daraus wurde Habsburg und mit der Zeit begann das Geschlecht sich selbst danach zu nennen.

Die Habsburger taten dies auch dann noch, als sie dem bescheidenen Wohnsitz auf dem Wülpelsberg längst den Rücken gekehrt hatten, ihnen die Gegend im Aargau zu eng geworden war und es ihnen gelang, grosse Teile Europas und der neuentdeckten Länder jenseits der Ozeane zu beherrschen.

  

Aus der Erinnerung an die Schulzeit nacherzählt von Willi Schaffner.

Nachträglich überprüft anhand von:

Ernst Ludwig Rochholz

"Schweizersagen aus dem Aargau"

Edition Olms, Zürich.

Nachdruck der Ausgabe von 1860.

ISBN  3-283-00030-1

  

Anfang der Sage von der Gründung der Habsburg, von Ernst Ludwig Rochholz, 1860.

  

Anfang der Sage von der Erbauung von Schloss Habsburg.

Seite 342 des Buches

"Schweizersagen aus dem Aargau"

von

Ernst Ludwig Rochholz,

Ausgabe von 1860.

 


 

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